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Sztearinsav

Stearinsäure

Stearinsäure zählt zu den günstigen gesättigten Fettsäuren. Sie ist in Pflanzenölen, Pflanzenbuttern und tierischen Fetten zu finden. Es handelt sich um einen natürlichen Stoff, den der Körper zu anderen Fettsäuren abbaut und anschließend als Energie nutzt.

1. Herz-Kreislauf-System

Stearinsäure erhöht den LDL-Cholesterinspiegel nicht nennenswert, anders als viele andere gesättigte Fettsäuren.

Bei maßvollem Verzehr gilt die Wirkung der Stearinsäure auf Herz und Kreislauf im Allgemeinen als neutral oder als günstiger als die der Palmitinsäure oder der Transfette.

2. Blutkreislauf und Blutgerinnung

Einigen Studien zufolge kann Stearinsäure den Spiegel bestimmter Gerinnungsfaktoren (FVIIc) senken. Andere Ergebnisse weisen auf einen leichten Anstieg des Fibrinogenspiegels hin – was die Gerinnungsneigung erhöht.

3. Leber und Stoffwechsel

In geringen Mengen kann eine leberschützende, entzündungshemmende Wirkung auftreten. In hohen Dosen beschrieben bestimmte Studien im Laborumfeld jedoch oxidativen Stress und Zellschäden.

4. Haut

In der Kosmetik gilt Stearinsäure als sicher, sie hilft dabei, die Konsistenz von Emulsionen zu erhalten, und hat hautweichmachende Eigenschaften. In reiner Form kann sie bei empfindlichen Menschen jedoch Hautreizungen verursachen.

Die folgenden Forschungsarbeiten zeigen, wie die moderne Wissenschaft die Rolle der Stearinsäure im Herz-Kreislauf-System, bei der Blutgerinnung, bei der Leber- und Zellfunktion sowie in der Hautpflege beurteilt.

1. Herz-Kreislauf-Risiko

Der Zusammenhang zwischen Stearinsäure und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde vor allem in Vergleichsstudien und systematischen Übersichtsarbeiten analysiert. Ihr Ziel ist es festzustellen, ob Stearinsäure das LDL-Cholesterin in demselben Maße erhöht wie andere gesättigte Fettsäuren.

Stearinsäure erhöht den LDL-Cholesterinspiegel deutlich weniger als Palmitinsäure – die in Lebensmitteln häufigste gesättigte Fettsäure. Den Studien zufolge liegt das Herz-Kreislauf-Risiko der Stearinsäure näher am neutralen Bereich, und in einigen Fällen erwies es sich als ähnlich wie das der ungesättigten Fettsäuren. Der Körper wandelt sie zum Teil in Ölsäure (eine einfach ungesättigte Fettsäure) um, was zu einem günstigeren Lipidprofil führen kann. Nach der derzeitigen Datenlage lässt sich Stearinsäure nicht als ebenso schädlich einstufen wie andere gesättigte Fette. In vernünftigen Mengen verzehrt, erhöht sie das Herz-Kreislauf-Risiko nicht nennenswert.

2. Blutgerinnung – Humanstudie

Die Wirkung der Stearinsäure auf die Blutgerinnung ist besonders wichtig, denn eine erhöhte Gerinnungsneigung steigert das Risiko für Thrombosen und Herzinfarkt.

Als die Teilnehmer sich stearinsäurereich ernährten, sank der Spiegel des Gerinnungsfaktors VII (FVIIc) in ihrem Blut um 13 %. Als Kontrolle diente eine palmitinsäurereiche Ernährung, die diesen Risikofaktor nicht verringerte und in mehreren Fällen sogar erhöhte. Hohe FVII-Werte werden mit der Bildung von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht, die Verringerung ist daher theoretisch günstig oder zumindest nicht gefährlich. Der Studie zufolge erhöht Stearinsäure das Risiko der Blutgerinnung nicht – im Gegenteil, sie kann bestimmte Faktoren günstig beeinflussen, anders als einige andere gesättigte Fettsäuren.

3. Leber, Zellfunktion, Entzündung

Die moderne Forschung untersucht immer eingehender, wie sich Stearinsäure auf den Stoffwechsel der Zellen, auf entzündliche Prozesse und auf die Funktion der Leber auswirkt. Diese Wirkungen sind stark dosisabhängig.

Umfassender, neuerer Fachliteratur zufolge kann Stearinsäure in niedrigen oder mittleren Dosen Entzündungen der Leber verringern, kann die Vermehrung des Bindegewebes (Fibrose) hemmen und kann die Membranfunktion der Zellen verbessern. In hohen Konzentrationen und in isolierter Form gilt jedoch: Sie erhöht den oxidativen Stress und kann in vitro oder in Tiermodellen den Zelltod (Apoptose) auslösen.

4. Hautpflege – dermatologische Wirkungen

Stearinsäure zählt zu den in der Kosmetikindustrie am häufigsten verwendeten Fettsäuren. Die Forschung untersucht, welche Wirkung sie auf die Haut hat und warum sie sich zur Stabilisierung von Cremes, Balsamen oder Seifen eignet.

Stearinsäure unterstützt die Funktion der Hautbarriere, da sie auch unter den natürlichen Lipiden der Haut zu finden ist. Sie verbessert die Hydratation, indem sie den Wasserverlust verlangsamt. In Emulsionen hat sie eine stabilisierende Rolle und hilft so dabei, eine „cremigere”, länger haltbare Konsistenz zu erzeugen. Reizungen können auftreten, wenn auch selten – vor allem bei Menschen mit sehr empfindlicher Haut oder in reiner, hoch konzentrierter Form.

Kosmetik – In Cremes, Body Lotions und Seifen ist sie ein emulsionsstabilisierender und hautweichmachender Inhaltsstoff. Sie hilft dabei, die Konsistenz und die Dicke von Cremes zu erhalten.

Lebensmittel – In natürlicher Form ist sie in Kakaobutter, Sheabutter und tierischen Fetten zu finden. Die Lebensmittelindustrie verwendet sie als Trennmittel. Sie ist außerdem in Kaugummis, Süßwaren, Butter, Brotaufstrichen und bestimmten Backwaren enthalten. Nebenwirkungen sind nicht bekannt, weshalb keine Höchstmenge für die Aufnahme festgelegt wurde.

Kerzenherstellung – Aufgrund ihres hohen Schmelzpunkts wird sie als Härtemittel für die Herstellung von Kerzen verwendet, die stabiler brennen.

Pharmazeutische Industrie – Ihre Derivate (z. B. Magnesiumstearat) sind Hilfsstoffe in Tabletten, keine Wirkstoffe.